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Fotos: Annette Zwaack

500 Euro für Bücher

2015 
  
HOCHHEIM - (zw) - Nardos, Nahor und Esay sind aufgeregt und laufen quirlig im Garten der Flüchtlingsunterkunft in der Bahnhofstraße herum. Besuch hat sich angekündigt, Besuch, der einen Scheck mitbringt. So genau wissen sie noch nicht, was ein Scheck ist, aber mit der Erklärung, dass man damit Bücher und Stifte kaufen kann, sind sie zufrieden. Immer wieder suchen sie den Kontakt zu Christa Enders, die sie jetzt schon gut kennen, weil sie mit ihnen einmal die Woche Lesen und Schreiben übt. Doch in dieser Woche sind Ferien, da bleiben die Bücher zu und bei herrlichem Sonnenschein wird draußen gespielt - ohne Lernstress.
Zu viert kommt der Vorstand der KjG (Katholische junge Gemeinde): Gemeindereferentin Judith Poser, Eva Schreiber, David Ott und René Moravek.
Sie sind mit Clemens Flick verabredet, der als Sprecher des Ökumenischen Projekts "grenzenlos" den Scheck in Empfang nimmt. Doch aus dem Treffen wird kein kurzer Fototermin, denn die jungen Leute möchten sich auch über das Projekt und die Flüchtlingsunterkunft informieren. Dieses Haus wird auf jeden Fall bestehen bleiben, auch wenn das ehemalige Tetra-Pak-Gebäude zum Ende des Sommers mit neu ankommenden Flüchtlingen belegt wird. Die familiäre Atmosphäre in dem Haus in der Bahnhofstraße ist bekannt, da fühlen sich vor allem Familien mit Kindern sehr wohl.
 
Clemens Flick berichtet über die vielen Menschen in Hochheim, die sich dafür einsetzen, dass die Flüchtlinge in ihrer neuen Umgebung heimisch und für ein Leben in Deutschland vorbereitet und "ausgerüstet" werden. So gibt es nicht nur Extra-Deutsch-Kurse und Hausaufgabenhilfe für Schulkinder, sondern auch Treffen der Frauen, damit auch sie in der deutschen Sprache fit werden und von den Lebensgewohnheiten hören. Zur Unterstützung der Familien gehört auch die Begleitung zu Behörden, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und mehr.
Die KjG hat seit Jahren den Erlös des Weinstands am Weinfest für soziale Projekte gegeben, einige Male auch für die Sternsinger-Aktion. In diesem Jahr entschied man sich in der Jahreshauptversammlung, den Betrag von 1 000 Euro zu splitten: Eine Hälfte bekam die Gruppe des Hope-Theatres aus Nairobi, die mit einer politischen Revue zum Thema Wasser kürzlich im Vereinshaus gastierte. Und die andere Hälfte wurde jetzt an das Flüchtlingsprojekt übergeben.