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Foto: Ulrike Erb

Hochheims „Hausfreizeitler” mischen Baden-Württemberg auf

Freitag, 17.08.2018 
 
HOCHHEIM - Für das Betreuer-Team der „Hausfreizeit” der katholischen Gemeinde Hochheim ging es mit den ihnen anvertrauten Kindern dieses Jahr ins Schullandheim Unterhöllgrund in Waldbrunn, Baden-Württemberg. Waldbrunn ist eine kleine Gemeinde im Neckar-Odenwald-Kreis und Unterhöllgrund wird laut Wikipedia als „Gehöft“ bezeichnet. Hätte der sogar ortskundige Busfahrer gewusst, was für ein Weg hinauf zum Schullandheim des Helmhotz-Gymnasiums Heidelberg führt, hätte er die Gruppe vermutlich an einem anderen Ort aussteigen lassen.
 

Inoffizielle Rekorde wurden wieder geknackt

Dieses Jahr wurden erneut, wie vor zwei Jahren, neue Rekorde geknackt: Waldbrunn-Unterhöllgrund, so idyllisch und schön es ist, beherbergt mit Sicherheit mehr Tiere als Menschen, weshalb die KjG-Hausfreizeit der Katholischen Gemeinde aus Hochheim wieder einmal die Einwohnerzahl zumindest für eine Woche verdoppelte. Zum anderen war diese Hausfreizeitwoche die heißeste seit 2013. Und es gab das erste Mal seit sechs Jahren keine Verletzten. Die Unterkunft bot zudem nicht nur das erste Mal zwei getrennte Häuser, sondern auch einen wunderbar kühlen Bach, welcher in der gesamten Woche als Abkühlung diente. Die davor liegende Wiese wurde vermutlich so gut gegossen, wie keine andere Grasfläche in einem sehr weiten Umkreis, sodass sogar eins der vier irischen Hochlandrinder, die direkt unterhalb der Unterkunft wohnten, kurzerhand einen Ausflug auf die saftige Wiese machte. Auch der legendär große Freizeit-Pool konnte genutzt werden.

Die Hochheimer stellten direkt am ersten Abend bei der Nachtwanderung die paar Einwohner auf die Lärmpegelprobe – die ja nicht wissen können, dass die Gäste aus der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens kommen und Lärm etwas lockerer definieren. Am nächsten Tag ging es direkt nach Heidelberg. Es gab mehrere Wege zum Schloss hinauf, die Gruppe wählte die Treppe mit über 300 Stufen nach oben. Obwohl das Thermometer 30 Grad anzeigte, machten sich Kinder samt Betreuer an den Aufstieg und nach der Erfahrung wog der Stolz, es geschafft zu haben, den größten Teil der Strapazen auf. Oben angekommen wurde die Aussicht erst mal gewürdigt, eine Pause und kleine Spiele gemacht, bevor es dann in zwei Gruppen mit je einer Motto-Führung durch das Schloss ging.

Gruppe setzt dem heißen Wetter viel entgegen

Der Abstieg nach einem Schlosspark-Picknick fiel bedeutend schneller und leichter und anschließend wurde die Innenstadt beim „Appel un Ei“-Spiel auf den Kopf gestellt. Durch die Hitze verschoben die Ausflügler ihren Tages- und somit auch den Essensplan. Doch für das erfahrene Sterne-Kochteam – das Ehepaar Uli und Klaus Erb –, das schon seit Jahren dabei ist und seit vergangenem Jahr durch Simon Schreiber unterstützt wird, war die Umstellung kein Problem. Bei so einem Wetter muss eben spontan reagiert werden. Dies erfuhren auch die Kinder, die sich kurzfristige Wasserschlachten quer über das ganze Hofgelände lieferten.

Nach einem Freibadtag ging es am nächsten Tag zu Fuß durch den kühlen Wald, über Felder nach Mülben, einer Teilgemeinde von Waldbrunn. Dort angekommen kühlten sich alle kurz im Kneipbecken ab, als ein Regenguss die Luft für ein paar Stunden abkühlte.

Schmeckt Stutenmilch anders als Kuhmilch?

In dem Örtchen besuchten die Hochheimer das Kurgestüt Hoher Odenwald, welches die erste und größte Stutenmilchfarm Deutschlands ist. Die Gruppe erfuhr, wie die Stuten gemolken werden, wie viel Pferde dort leben, wie viele Fohlen es gibt und wie Biofutter gewonnen wird. Das Highlight der Führung war das Probieren der frischen Stutenmilch, die weniger fettig ist, als die typische Kuhmilch und ein wenig nach Hafer schmeckt, doch allen mundete. Anschließend wurde der berühmte Indianertag im nahegelegenen Wald ausgetragen: Dazu gehört ein Fangspiel, bei dem sich drei Teams fangen und gleichzeitig gefangen werden; übrigens mit enormen Suchtpotenzial. Gute Musik, gute Laune, der Hunger und der Weg bergab, beschleunigten den Nachhauseweg.

Die Lagerolympiade am nächsten Tag bestand aus vielen Spielen mit ebenso viel Wasser, da es wieder sehr heiß war. Am nächsten Tag wurde noch ein anderes Freibad getestet und abends fand das legendäre Nachtspiel statt, welches sich die Kinder ab dem ersten Tag herbeiwünschten. Gegen Ende der Woche bekam die Hausfreizeit Besuch von Gemeindereferentin Caroline Schneider und gemeinsam wurde der Gottesdienst unter freiem Himmel vorbereitet. Selbst gesammelte Dekoration, ein selbst zusammengestelltes Kreuz, selbst geschriebene Fürbitten, Dankesbitten und Lieder gab es, welche einer der Betreuer auf der Gitarre begleitete.

2019 geht es für die Hausfreizeitler zum Dürerhof

Der letzte Abend bestand traditionell aus der Vermählung der 24-Stunden-Hochzeitspaare und die besten Zimmer, welche das Rahmenspiel gewonnen hatten, wurden gekürt. Die abschließende Hausparty endete schweißgebadet und die Hochheimer verabschiedeten sich vom Unterhöllgrund. Wenigstens nach dieser Nacht kehrte wieder Ruhe ein.
 
Im kommenden Jahr wird die Hausfreizeit wieder in den bekannten Dürerhof in Waldkappel-Gehau fahren, vom 2. bis 9. August 2019. Anmeldungen sind ab 1. Dezember in den Pfarrbüros möglich.