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Foto: Jürgen Kunert

Irish Party im Vereinshauskeller

2015

HOCHHEIM/MAIN - VON JÜRGEN KUNERT

- "Kerle, was war das schön" am vergangenen Freitag, als die KjG Hochheim zum wiederholten Male zu einer Irish Party in den Keller des katholischen Vereinshauses eingeladen hatte. Für Hochheimer, die es noch nicht kennen: Das Ambiente des Kellergewölbes ist schon einzigartig genug und urgemütlich. Dazu trägt die dezente und stilvolle Beleuchtung mit bei, die das Besondere der Räumlichkeiten noch betont.
Sogar auf knisterndes offenes Kaminfeuer kann der Besucher seine Blicke richten, während er es sich bei einem Pint irischen Biers oder einem Glas Whisky auf der Couchgarnitur gemütlich macht und auf den großen Monitor mit dem Kaminfeuer blickt. Derweil sind der Steven McGowan und sein Gitarrenfreund David Ollenbarg auf der kleinen Bühne damit beschäftigt, das letzte Feintuning für die tonale Abmischung von Instrumenten und Gesang vorzunehmen.
 
Steven McGowan ist für viele KjGler kein Unbekannter. Im Irish Pub in Mainz erlebten sie ihn das erste Mal bei einer Live-Session und waren begeistert. Es folgten mit der Zeit Auftritte auf diversen privaten Festen. Da war es nur konsequent, diesen freundlichen Barden in den Gewölbekeller für einen "Gig" zu locken.
Der sympathische Ire, der schon etliche Jahre in Deutschland lebt, ist ein wahrer Duracell-Künstler. Man merkt es ihm an, dass er gerne auf der Bühne steht, die er gar nicht mehr verlassen will. In seinem Live-Programm im Vereinshauskeller unterstreicht er sein weites musikalisches Spektrum und seine wandlungsfähige Stimme. So covert er Songs aus den unterschiedlichen Bereichen und Jahrzehnten und interpretiert sie mit seiner Stimme, meist alleine an der Gitarre oder im Duett durch David Ollenbarg unterstützt.
Ausgerechnet an diesem Abend überkommt ihn beim Anblick der zahlreichen Besucher "gehobenen" Alters die Verpflichtung, dem grasgrünen Motto gerecht zu werden und vermehrt traditional Irish Songs zum Besten zu geben. Eine hochinteressante musikalische Reise auf der "steinigen Straße nach Dublin" beginnt. Er intoniert die old fashioned analogen Lagerfeuersongs brillant. Stücke von Dubliners und Pogues schallen durch den Raum. Zudem hat er auch noch seine Fidel im Anschlag, die er gekonnt einsetzt. Als er dann die Songs aus der aktuellen Hitkollektion intoniert, erfährt etwa ein Bruno Mars, dessen Stimme an die nächste schmerzhafte Wurzelbehandlung denken lässt, ein richtig wohlklingendes Upgrade. Ein echter Kracher ist sein Medley mit dem gleichnamigen Song "Superstition" von Stevie Wonder und den Doobie Brothers, auch bekannt als "Long Train Running". Das nahtlose Switchen zwischen den beiden groovenden Stücken gelingt Steven McGowan und David Ollenbarg mühelos und der gesangliche Vortrag ist ein "Brett".
 
Zur Musik stehen das obligatorische Guinness mit der offiziellen Lizenz zum Zapfen durch die KjG Hochheim zur Auswahl sowie das nicht minder würzige, aber etwas hellere Kilkenny, diverse handelsübliche Getränke ohne Alkohol sowie eine Reihe guter Whiskysorten. Zugaben sind für die beiden Musiker willkommene Pflicht, davon wird reger Gebrauch gemacht. Die Messlatte für die nächste Grüne-Insel-Party ist nun hoch angelegt.