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Foto: Ulrich von Mengden

Neonhölle bei der katholischen Jugend in Hochheim

2015

HOCHHEIM/MAIN - Der Sky-Beamer feuerte die Botschaft in den verregneten Nachthimmel. Im Keller der Katholischen Jugend (KJG) ging wieder einmal Party über die Bühne. Das kultige Kellergewölbe unter dem katholischen Vereinsheim in der Wilhelmstraße verwandelte sich dazu in eine echte Neonhölle. Gäste sahen die Hand kaum vor Augen und mussten sich erst an das Schwarzlicht gewöhnen, das die Dinge mehr ins Dunkle setzte, als zur Erscheinung brachte. Umso mehr leuchteten aber die Zähne der Gäste, ihre weißen T-Shirts und alle neonfarbenen Teile von der flippigen 80er-Jahre-Garderobe, die sich die Partygänger überwarfen.

 
99 Luftballons
Freilich zeigten sich die Neonfans auch ausgestattet mit fluoreszierenden Accessoires, die sie sich um die Handgelenke banden, als Kette trugen oder als farbintensive Gestecke im Haar der jungen Damen zu entdecken waren. Die Bar leuchtete nachtblau und die Getränke auf der Tafel in neonfarbener Schrift. Da passten sich auch die Strohhalme im schrillen Grün, Rosa oder Gelb an und tanzten als leuchtende Striche durch die dunklen Räume. An der Candybar gab es süße Leckereien, die ebenfalls nicht mit schreiender Farbgebung sparten. Wer sich die richtigen Cocktails bestellte, hielt ebenfalls Leuchtobjekte in der Hand.
 
 
Auf dem Dance-Floor legten Nenas 99 bunte Luftballons auf dem Weg zum Horizont eine kurze Verschnaufpause ein. Die Tänzer bewegten sich zur Musik, die DJ „Reedoo“ auflegte. Das Publikum war so jung, dass es eher die Musik der Eltern gewesen ist, auf die hier abgetanzt wurde.
An Partygäste ab 16 Jahren dachten auch die Ideengeber der Party rund um Hendrick und Silja Zwaack sowie Rene Moravek. Sie organisieren mit ihrem Helferteam aus der KJG etwa einmal im Quartal eine thematisch strukturierte Party. Da gab es bereits einen irischen Abend, es wurde in den Mai getanzt oder das Oktoberfest gefeiert.
Wichtig ist den Initiatoren auch eine Verknüpfung zu ihrer Religion. In den Jugendgottesdienst, der unter anderem mit einem Videoclip von Rene Moravek die Zielgruppe ansprechen sollte, waren am frühen Abend allerdings nicht allzu viele junge Menschen ins Bonifatius-Gemeindezentrum gekommen. Bei freiem Eintritt in den KJG-Keller und jeweils ein Freibier für die ersten 30 Besucher war die Resonanz auf die Party schon größer. Aufgeben wollen die KJG-Aktiven die Idee, Feiern in einen religiösen und politischen Kontext zu bringen, deshalb noch lange nicht. Für die Zukunft planen sie beispielsweise eine liturgische Nacht, wo es auch um spirituelle Entspannung gehen soll.