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Foto: Carsten Ditinger

Spannung, Spiel und Spaß im smartphonefreien Rotenhain

2017 
 
HOCHHEIM - Gerne möchten wir Ihnen mit diesem Bericht unsere Jugendfreizeit näher bringen und aktiv Öffentlichkeitsarbeit betreiben, denn wir als KjG sind einer der größten, Stop! Bla, bla, bla. So (oder so ähnlich) würde wohl ein Zeitungsbericht anfangen, bei dem man schon einschläft, wenn man nur die Überschrift liest. Genau das, wollen wir als KjG nicht und genau deswegen möchten wir gerne ein bisschen was Spannendes über unser KjGeniales Zeltlager 2017 berichten.
Dieses Jahr war die Planung und Organisation etwas sehr Besonderes. Das Betreuerteam sah sich mit der Herausforderung konfrontiert, ein komplett ausgebuchtes Zeltlager zu organisieren. Mit 53 Kindern ging es am 1. Juli nach kurzem Reisesegen und Abschied nehmen voller Vorfreude auf ein tolles Zeltlager. Für viele zum ersten Mal zehn Tage campen, zehn Tage weg von zuhause, zehn Tage neue Leute kennenlernen und unbekannte Erfahrungen machen. Einige hatten schon vieles gehört und erzählt bekommen und für einige war es ein Schritt ins „Dunkel“, weswegen bereits auf der Busfahrt fleißig Erfahrungen ausgetauscht wurden. 
 

Entzug für die Daumen – ohne Smartphone

 
„Es ist immer spannend, wenn viele Kinder mitfahren, die noch nie dabei waren, die sind besonders gut zu begeistern und haben oft keine Vorstellung, wie schön es zehn Tage ohne Handy sein kann“, meinte ein Betreuer.
Nach kurzen 70 Minuten Fahrt kamen alle Kinder (noch) putzmunter am Zeltplatz Rotenhain an, wo bereits sieben aufgebaute Kinderzelte, eines für die Küche und weitere für Material, auf sie warteten. Der Zeltplatz war groß, schön gelegen und bot zahlreiche Möglichkeiten zum freien Spielen, für Geländespiele und Sport. Nachdem die Kinder in ihre Zelte aufgeteilt und den Betreuern zugeordnet worden waren, wurden die Zeltplatzregeln und einige wichtige Dinge besprochen, ehe es zum ersten offiziellen Akt im Zeltlager ging: „Plane im Zelt hochbinden und dafür sorgen, dass man nachts nicht wegschwimmt, falls es regnen sollte“. Wer denkt, dass dies ein einfaches Unterfangen wäre, sei an dieser Stelle gewarnt… Das Planen Hochbinden bedarf höchster Konzentration und Koordination und kann nur mit Teamarbeit und Elan erledigt werden, Die Teilnehmer stellten sich mithilfe der Betreuer super an und diese schwierige Aufgabe wurde in Bestzeit erledigt. Das Zela-Radar hatte für den ersten Tag sonniges Wetter und noch viel bessere Laune angekündigt, sodass die ersten gemeinsamen Stunden gut verliefen und sich jeder Zeit nahm, sich im neuen Revier einzuleben.
 
 „Die Ansagen waren knallhart und klar, die Betreuer gnadenlos, wer Widerworte gab, bekam kein Essen und musste direkt ins Bett und den ganzen Zeltplatz mit einer Zahnbürste schrubben und so machte sich Zelt 4 auf, um sein Schicksal zu erfüllen und das Lagerfeuer zu entfachen“. Naja, nicht ganz so lief es ab, wenn jedes Zelt seine Dienste zu erfüllen hatte (ja, es gibt Dienste). Wichtig für junge Menschen ist es, Verantwortung zu übernehmen und zu lernen, dass man stets Teil eines Ganzen ist und sich an Tätigkeiten für die Gemeinschaft zu beteiligen hat, damit etwas Großes wie ein Zeltlager funktionieren kann. Vor dem Begriff „Dienste“ braucht man nicht zu erschrecken: Ein Lagerfeuer entfachen oder einen kleinen Tagesbericht schreiben, den anderen Wortwitze und lustige Ereignisse präsentiert, alles mit Fachwörtern gespickt, die man kaum aussprechen kann, macht irre Spaß!

Am Ende eines jeden Tages stand, wie soll es anders sein, die Abendrunde an

Bei der Abendrunde kann jeder seine Sorgen ins Feuer werfen und in großer Runde Gesang, Spiel und Spaß erleben. Für viele war es das erste Mal, in so einer Gemeinschaft zu singen und mit anderen alles außen herum einfach zu vergessen.
Die Gitarrenmusik und die 60 Kinder und Betreuerstimmen vereint mit den zahlreichen Sing-, Ruf- und Lagerfeuerspielen schufen eine magische Atmosphäre, die sicherlich im ganzen Westerwaldkreis zu hören war. Der eine oder die andere Teilnehmerin wird sicherlich noch das ganze Jahr über im Klassenzimmer Zeltlagerparolen grölen und sich immer noch fragen, „was wohl mit dem Löwen und dem großen Schwert passiert ist“.
Mit vielen bekannten und einigen neuen Programmpunkten zog das Zeltlager 2017 sehr viele Kinder in seinen Bann und schaffte es wieder, dass alle eine tolle Zeit auch ohne Handys verbringen konnten. Auch die Betreuer waren begeistert und konnten zusammen mit den 53 Jungen und Mädchen eine Menge Spaß neben Berufsalltag und Studium erleben.
Mal 10 Tage weg sein….Wer im Zeltlager ist, der ist in einer anderen Welt. Einfach einmal alles andere vergessen können, das macht ein Zeltlager aus und so wundervoll und magisch. Oft wünscht man sich, als Betreuer noch einmal Kind im Zeltlager zu sein.
 
Ob ein Besuch im Kletterwald oder im Schwimmbad, ein Abstecher in die Stadt, im Zeltlager ist für jeden was dabei und so mancher hat es doch schon geschafft, sich in den zehn Tagen komplett zu entfalten und aus sich herauszukommen. Freunde kennenlernen und neue Erfahrungen teilen, das ist es, für was sich das 9-köpfige Betreuerteam und das Küchenquartett so viel Mühe gemacht haben. Mit vielen spannenden, actionreichen und aufregenden Spielen waren die Kinder immer ausgepowert und haben vieles erlebt, dass sie auch mit in den Alltag nehmen können. Gemeinschaft erleben und lernen, wie man mit anderen zusammen arbeitet. Schon am Anfang beim gemeinsamen Geschirrständer bauen bemerkten einige, dass Teamwork bei der KjG ganz groß geschrieben wird und man zusammen so viel Schöneres und Größeres erschaffen und erleben kann.
Der traditionelle Gottesdienst am Sonntag, bei dem die Kinder durch bauen des Kreuzes, basteln des Altarschmucks und schreiben der Fürbitten zum großen Teil aktiv mitwirken konnten, machte unglaublich viel Spaß und lies für einen Moment alles fallen, was in den letzten Tagen passiert war.
 
Das „K“ steht für katholisch im Namen „KjG“ darf natürlich im Zeltlager nicht fehlen und so genossen alle Kinder und Betreuer, gleich welcher Konfession, zusammen den wunderschönen Gottesdienst (an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Judith Poser). Jeder konnte einen kurzen Moment für sich genießen und über das Thema Stress und Belastung nachdenken. Mit dem Schreiben der persönlichen Sorgen auf eine Postkarte, die zu einem nach Hause geschickt wird, konnte man alles Belastende für einen Moment ruhen lassen und neue Energie und Elan für den Rest des Zeltlagers tanken.

Rahmenspiele waren besonders beliebt

Besonders beliebt sind die sogenannten Rahmenspiele, bei denen die Zeltgruppen in kleinen Minispielen täglich um Punkte kämpfen müssen, die in eine Rangliste zusammen mit der Zeltkontrolle führt und einen Wettbewerb um das ganze Zeltlager definiert. Spannung, Sport aber auch Geschicklichkeit und Intelligenz sind bei diesen Rahmenspielen Themen. Die eine oder der andere hat dort schon sein Feuer entfachen können und es ist toll zu sehen, wie engagiert und vor allem kreativ die Kinder und Jugendlichen an Aufgaben als Team rangehen.
Das Betreuerteam möchte sich bei Kindern, Eltern und allen bedanken, die dafür gesorgt haben, dass dieses Jahr wieder ein tolles Zeltlager stattfinden konnte. Da Team freut sich bereits auf das nächste Jahr mit hoffentlich vielen bekannten und neuen Gesichtern. Wo es hingeht? Das bleibt bis voraussichtlich Anfang Dezember erst mal ein Geheimnis. Ab dann sind Anmeldungen möglich.