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Foto: Carsten Ditinger

Natur und die Gemeinschaft schweißen zusammen

Freitag, 31.08.2018
 
HOCHHEIM - Nach dem komplett ausgebuchten Zeltlager der Katholischen jungen Gemeinde Hochheim (KjG) im Vorjahr, sind dieses Mal 43 Kinder und 16 Betreuer mit auf den Westernoher Zeltplatz in Rheinland-Pfalz gefahren.
 
Eine ganze Generation an neuen Betreuern konnte in den vergangenen Jahren für die KjG gewonnen werden. Und im Juli ging es nach kurzem Reisesegen und Abschied nehmen von den Familien voller Vorfreude auf ins Camp. Etwas ganz besonderes dieses Jahr: Fast alle Teilnehmer waren zum ersten Mal dabei. Aus Erfahrung weiß das Betreuerteam, dass das Teilnehmerfeld alle vier Jahre sozusagen komplett wechselt – so auch dieses Jahr.
 
Für viele junge Reisende bedeutete das: zum ersten Mal zehn Tage am Stück campen, zehn Tage weg von zuhause, zehn Tage lang neue Leute kennenlernen und neue Erfahrungen machen. Einige hatten schon vieles gehört und erzählt bekommen, für einige war es ein Schritt „ins Dunkle“. Oft waren auf der Hinfahrt Fragen zu hören wie „Was machen wir die zehn Tage eigentlich? Wann müssen wir schlafen gehen und was gibt es zu essen?“ Die Antwort? „Lasst euch überraschen“.

Keine Vorstellung von zehn Tagen ohne Handy?

„Es ist immer spannend, wenn viele Kinder mitfahren, die noch nie dabei waren. Die sind besonders gut zu begeistern und haben oft keine Vorstellung, wie schön es zehn Tage ohne Handy sein kann“, erklärte ein Betreuer. Die Kinder hätten oft Angst, wie sie zehn Tage ohne ihr Smartphone überleben sollen. „Wer schickt meinen Freunden jetzt meine Snaps und wer hält mein Instagram-Profil aktuell?“ Aus Erfahrung könne er sagen: Nach spätestens einem Tag vermisst niemand mehr auf dem Zeltplatz sein Mobiltelefon. Gemeinschaft erleben ist eben doch noch etwas ganz besonderes. Aber nun weiter zum Ablauf vom Zeltlager.
 
 
Der Zeltplatz in Westernohe ist groß, schön gelegen und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Geländespiele und Sport. Nachdem die Kinder ihre Zelte zugeteilt bekommen hatten und den Betreuern zugeordnet waren, wurden die Zeltplatzregeln und einige wichtige Dinge besprochen, ehe es zum ersten offiziellen Akt im Zeltlager ging: Plane im Zelt hochbinden und dafür sorgen, dass man nachts nicht wegschwimmt, falls es regnen sollte. Und das ist gar nicht so einfach. Das Hochbinden bedarf höchster Konzentration, Koordination und kann nur durch Teamarbeit erledigt werden. Doch die Kinder erledigten die Aufgabe mithilfe der Betreuer souverän.

Spaß steht im Vordergrund – und kleine Allgemeindienste

Für anfangs etwas Verwirrung sorgten die Betreuer mit – natürlich nicht ernst gemeinten – Aussagen wie „Wer einen falschen Schritt macht bekommt kein Frühstück und muss elf Kilometer joggen gehen”, „Wer Widerworte gibt, muss den Zeltplatz fegen” oder „Wer sich nicht an die Anweisungen hält, übernachtet im Wald”. Schnell jedoch große Erleichterung. Es gibt zwar für jeden Zeltbewohner zu erfüllende Dienste und die Kinder stehen vielleicht schon mal etwas früher auf – am Tag soll es ja viel Zeit für eine Menge Spaß geben – aber mit militärischem Drill hatte das nichts zu tun. Vor dem Begriff „Dienste“ brauchte sich während der zehn Tage niemand zu erschrecken. Ein Lagerfeuer entfachen oder einen kleinen Tagesbericht schreiben, den anderen Wortwitze und lustige Ereignisse präsentieren, alles mit Fachwörtern spicken, die man kaum aussprechen kann und dabei die ganze Zeit noch singend durch die Gegend tänzeln – so sahen die Aufgaben für die Kinder aus. Gemeinsam Spaß haben und zusammen schöne Ferientage verbringen war das erklärte Ziel.
 
Für Kinder und Jugendliche ist es aber auch wichtig, Verantwortung zu übernehmen und zu lernen, dass man stets Teil eines Ganzen ist und sich an Tätigkeiten für die Gemeinschaft beteiligen muss. Nur dadurch kann etwas Großes wie ein Zeltlager überhaupt funktionieren.
 
Am Ende eines jeden Tages stand die Abendrunde an. Dabei kann jeder seine Sorgen ins Feuer werfen und in großer Runde Gesang, Spiel und Spaß erleben. Viele sangen zum ersten Mal in so einer Gemeinschaft und vergaßen alles andere um sie herum. Einfach mal abschalten und die „Magie“ wirken lassen, war das erklärte Ziel.
 
Die Gitarrenmusik und die fast 60 Stimmen von Kindern und Betreuern vereint bei zahlreichen Sing-, Ruf- und Lagerfeuerspielen schufen eine magische Atmosphäre.

Zeltlager als Chance, das Kind in sich zu wecken

Mit vielen bekannten und einigen neuen Programmpunkten schafften die Organisatoren des diesjährigen Zeltlagers es, dass alle eine tolle Zeit miteinander verbringen konnten. Auch die Betreuer waren begeistert, so ihr Fazit. Zusammen mit den 43 Jungen und Mädchen erlebten sie eine Menge Spaß neben Berufsalltag, Schule oder Studium. Denn ein Zeltlager kann oft ein Abtauchen in eine andere Welt bedeuten, fern des üblichen Stresses. Einfach einmal alles andere vergessen zu können, macht ein Zeltlager so einzigartig. Noch einmal Kind sein zu können, wünscht sich da mancher Betreuer. Ob ein Besuch im Kletterwald oder im Schwimmbad, ein Abstecher in die Stadt – Kinder und Betreuer haben es schon geschafft, sich in den zehn Tagen komplett zu entfalten und aus sich herauszukommen. Vor allem die Gemeinschaft im Camp der KjG spielt eine große Rolle. Hier haben Betreuer und Kinder mitunter engste und beste Freunde kennengelernt. Nette Menschen und die natürliche Umgebung schweißen halt zusammen.
 
Neue Erfahrungen teilen, das ist es, für was sich das Team der 16 Betreuer und das Küchenquartett so viel Mühe gemacht haben. Mit vielen spannenden, actionreichen und aufregenden Spielen waren die Kinder immer beschäftigt. Sie haben vieles erlebt, das sie auch mit in den Alltag nehmen können. Gemeinschaft erleben und lernen, wie man mit anderen zusammenarbeitet. Schon am Anfang – beim gemeinsamen Zusammenbau eines Geschirrständers – bemerkten einige, dass Teamwork bei der KjG ganz groß geschrieben wird und man zusammen so viel Schöneres, Größeres erschaffen und erleben kann.
 
Da das KjG-Zeltlager dem Namen nach katholisch geprägt ist, gab es für Kinder und Betreuer gleich welcher Konfession den gemeinsamen Gottesdienst mit Thorsten Klug von der KjG Limburg. Bei dieser Andacht wirkten die Kinder aktiv mit, indem sie das etwa zwei Meter große Kreuz bauten, den Altarschmuck bastelten und die Fürbitten mitschrieben.

Wettbewerb als zusätzliche Motivation für Kinder

Besonders beliebt waren die sogenannten Rahmenspiele, bei denen die Zeltgruppen in kleinen Minispielen täglich um Punkte kämpfen mussten. Diese flossen, zusammen mit den Bewertungen im Rahmen der Zeltkontrolle, in eine Rangliste ein und definierten einen während des ganzen Zeltlagers andauernden Wettbewerb. Der Wettbewerb steht hierbei zwar nicht im Vordergrund, gibt aber oftmals die extra Portion Motivation. Konzentration, Sport aber auch Geschicklichkeit und Intelligenz sind bei den Rahmenspielen gefragt. Sogar für die jeweiligen Zeltbetreuer sind diese nervenaufreibend und spannend.
 
Das Betreuerteam möchte sich bei Kindern, Eltern und allen bedanken, die dafür gesorgt haben, dass dieses Jahr wieder ein tolles Zeltlager stattfinden konnte. Das Team freut sich bereits auf das nächste Jahr mit hoffentlich vielen bekannten und neuen Gesichtern. Wo es hingeht? Das bleibt bis voraussichtlich Anfang Dezember erst mal ein Geheimnis. Ab dann sind Anmeldungen möglich. Wer Lust bekommen hat mitzufahren, kann sich anmelden. Die Betreuer freuen sich auf jeden Teilnehmer. Wer noch Fragen hat, kann in einem der Pfarrbüros in Hochheim anrufen, eine E-Mail schreiben oder persönlich vorbeikommen.