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Foto: Carsten Ditinger

30 Kinder und 17 Betreuer erleben spannende Zeit in Ramstein

Freitag, 13.09.2019 - Von Carsten Ditinger
 
HOCHHEIM - Was dem einen oder anderen vielleicht komisch vorkommen mag, ist für Zeltlagerkinder der KjG Hochheim fast schon tägliche Routine. Unser Grußruf, der immer zu hören ist, wenn wir uns irgendwo versammelt haben, ist nur eine von vielen Traditionen, die Zeltlagerkinder während der Freizeit erleben konnten.
Zehn Tage ging es für die 30 Kinder und 17 Teamer in das wunderschöne Ramstein. Was an dem Zeltplatz so besonders ist? Viele Male hat dort die KjG bereits ihr Feuer entfacht; viele der Teamer haben ihr erstes Jahr im Zeltlager in Ramstein verbracht. Viele Freundschaften hatten hier ihren Ursprung und so mancher hat in der schönen Pfalz schon gelernt, dass man auch singen kann, wenn man nicht unbedingt alle Töne trifft.
 
Für viele zum ersten Mal zehn Tage campen, zehn Tage weg von Zuhause, zehn Tage neue Leute kennenlernen und bisher unbekannte Erfahrungen machen. Einige hatten schon vieles gehört und erzählt bekommen und für einige war es ein Schritt ins „Dunkle“. Oft kam die Frage schon auf der Hinfahrt: „Was machen wir die zehn Tage eigentlich? Wann müssen wir schlafen gehen und was gibt es zu essen?“ Die Antwort? „Lasst euch überraschen“.
 
„Es ist immer spannend, wenn viele Kinder mitfahren, die noch nie dabei waren, die sind besonders gut zu begeistern und haben oft keine Vorstellung, wie schön es zehn Tage ohne Handy sein kann“, meinte ein Betreuer. Die Kinder hätten oft Angst, wie sie es zehn Tage ohne ihr Smartphone überleben sollen. „Wer schickt meinen Freunden jetzt meine Snaps und wer hält mein Instagramprofil aktuell?“. Aus Erfahrung kann man sagen: Nach spätestens einem Tag vermisst niemand mehr auf dem Zeltplatz sein Mobiltelefon. Gemeinschaft erleben ist eben doch noch etwas ganz Besonderes.
 

Betreuer bereiteten den Zeltplatz vor

Nach kurzem Reisesegen und einer einstündigen Busfahrt konnten die 32 Teilnehmer dann schlussendlich für zehn Tage in die Obhut der geschulten Betreuer gegeben werden. Wer das Zeltlager aufgebaut hat? Bereits zwei Tage zuvor trafen sich alle Betreuer auf dem Zeltplatz und haben geackert, geschuftet und aufgebaut. Zahlreiche Kinderzelte, das Küchenzelt und die Gerätezelte mussten aufgebaut werden. Wasser und Strom gelegt, Spiele organisiert, Wanderstrecken herausgesucht und Wälder erkundet werden. Mit viel Schweiß, Liebe und Arbeit passiert das, was die Teilnehmer dann erleben dürfen.

Nachdem die Kinder in ihre Zelte aufgeteilt und den Betreuern zugeordnet worden waren, wurden die Zeltplatzregeln und einige wichtige Dinge besprochen, ehe es zum ersten offiziellen Akt im Zeltlager ging: „Plane im Zelt hochbinden und dafür sorgen, dass man nachts nicht wegschwimmt, falls es regnen sollte“. Wer denkt, dass dies ein einfaches Unterfangen wäre, sei an dieser Stelle gewarnt … Das Planen hochbinden bedarf höchster Konzentration und Koordination und kann nur in Teamarbeit und mit Elan erledigt werden.

Chaostag mit „Mordfall“

Neben den altbekannten Zeltlager-„Klassikern“ gab es auch dieses Jahr wieder viele neue und spannende Ideen. Ob der Indianertag, bei dem man in einem riesigen Waldgebiet versuchen muss, Spieler aus anderen Spiellagern zu finden und zu fangen, ohne selbst gefangen zu werden, oder das sogenannte „Age of Zela“; bei welchem man als Gruppe ebenfalls in einem Waldstück versuchen muss, durch Betreuer besetzte Rohstofflager zu finden, um eine Miniaturstadt aufzubauen. Vom Chaostag, an dem ein Mordfall von den Kindern aufgeklärt werden musste, indem einen Nachmittag lang Beweise gesichert, Zeugen befragt und Ermittlungsansätze zusammengeführt werden mussten bis hin zum Besuch im Kletterwald oder einem „Appel und Ei“-Spiel in der Stadt Kaiserslautern – im Zeltlager ist für jeden was dabei.

„Zusammen den Tag beginnen, zusammen den Tag verbringen, zusammen soll der Tag ausklingen“ – das wird hier großgeschrieben. Jeder Tag endet dann mit der sogenannten Lagerrunde. Nachdem zusammen ein Feuer entfacht ist, werden Spiele gespielt, Geschichten erzählt und Lieder gesungen. Mit der Begleitung von zwei Akustikgitarren entstehen so besonders magische Momente, die man oft im trüben Berufs- oder Schulalltag noch spürt und vermisst.

Wie man Betreuer bei der KjG wird? Naja, das ist gar nicht mal so einfach. Jeder Teamer muss zunächst eine einwöchige Gruppenleiterschulung bei der katholischen Fachstelle für Jugendarbeit im Taunus absolvieren. Hier wird den Gruppenleitern beigebracht, wie man Aktionen vorbereitet, eine Freizeit leitet und plant und organisiert. Beinahe noch wichtiger wird hier jedoch der Umgang mit jungen Menschen geschult. Im Zeltlager ist es stets ein Miteinander. Hierbei stehen vor allem die Kinder im Vordergrund. Nach der Gruppenleiterschulung darf man dann zunächst, nach Erreichen des Maximalalters, erstmalig als Teamer mitfahren. Hier muss man sich behaupten, denn der Andrang an neuen Leitern ist stets groß. Mit anpacken, Ruhe bewahren und Organisation beweisen, das sind alles Werte, die ein Teamer mitbringen sollte. Was ist jedoch das Wichtigste, um ein Gruppenleiter zu werden, wird man oft gefragt … Ganz klar die Erkenntnis, dass man nur als Team gewinnen und zusammen so viel mehr schaffen kann – Dinge, die auch den Kindern in den zehn Tagen vermittelt werden.

Weil Verantwortung für junge Menschen sehr wichtig ist, gehören Freiheiten im Zeltlager genauso dazu wie Pflichten. Damit ein Zeltlager funktionieren kann, müssen auch die Kinder Dienste erfüllen. So muss beispielsweise jeden Tag ein Tagesrückblick geschrieben, ein Warm-up vorbereitet und ein kleines Gebet geschrieben werden. Was nach öder Arbeit klingt, gestaltet sich oft zusammen als riesengroßer Spaß. Gewiefte Witze, coole Sprüche oder einfach nur haufenweise Reime in den Tagesbericht einzubauen, hat schon in vielen Kindern die „lyrische Ader“ aufleben lassen. Das Schönste daran: Das Betreuerteam fertigt zum Nachtreffen (Termin wird noch bekanntgegeben) eine Zeltlagerzeitung, in der alle Tagesberichte und alle Platzierungen der Spiele aufgeführt sind. Eine CD mit den gefertigten Fotos gibt es dann auch noch, sodass man Jahre später auf die schönen Erinnerungen zurückschauen kann.

Mal zehn Tage weg sein ... Wer im Zeltlager ist, der ist in einer anderen Welt. Einfach einmal alles andere vergessen können, das macht ein Zeltlager so wundervoll und magisch.

Oft wünscht man sich, als Betreuer noch einmal Kind im Zeltlager zu sein. Ob ein Besuch im Kletterwald oder im Schwimmbad, ein Abstecher in die Stadt, im Zeltlager ist für jeden was dabei und so mancher hat es doch schon geschafft, sich in den zehn Tagen komplett zu entfalten und aus sich herauszukommen.

NÄCHSTES JAHR ...

Habt ihr Lust bekommen mitzufahren? Habt ihr Bock auf zehn unvergessliche Tage zusammen mit dem Betreuerteam der KjG? Wollt ihr viele neue Freunde kennenlernen und großartige Erfahrungen machen? Dann seid doch einfach im Zeltlager 2020 mit dabei. Die Vorbereitungen hierfür laufen bereits seit etwa einem Jahr, denn 2020 wollen wir zusammen mit euch ein Jubiläumszeltlager feiern. Zusammen mit mehreren anderen Pfarreien planen wir ein spezielles Zeltlager. Infos hierzu werden noch herausgegeben. Die Anmeldungen werden ab Dezember verfügbar sein.

Also schnapp dir deine Freunde und verbring den Sommer nicht nur am Handy oder an der Playstation, sondern erlebe etwas mit uns, wir freuen uns auf euch!

Fragen, Anmerkungen? Meldet euch einfach bei der KjG Hochheim. Über unsere Homepage findet ihr allerhand Infos und Kontaktdaten.

Also dann, wir sehen uns nächstes Jahr und bis dahin wünschen wir euch ein KjGeniales Jahr!